Was muss ich beim Teleskopkauf beachten?

Ein Teleskop zu kaufen ist etwas Besonderes, es kann das persönliche Portal zum Universum sein, neue Perpektiven eröffnen und ein Leben lang Freude bereiten.
 
Aber es gibt nicht das “perfekte” Teleskop – genauso wenig wie es ein perfektes Auto gibt. Stattdessen sollte ein Teleskop auf der Grundlage der eigenen Beobachtungsinteressen, deiner Lebensweise und dem Budgets ausgewählt werden. Viele guten Starterteleskope kosten 300 Euro oder mehr, obwohl auch einige gute Optionen für unter 250 Euro erhältlich sind.
 
Hier ist eine kleine Anleitung, die helfen soll, die aktuell verfügbare Teleskopmodelle zu verstehen. Mit diesem Grundwissen von Teleskopen bewaffnet, wirst du eine recht gute Vorstellung davon bekommen, was tatsächlich gebraucht wir um den Himmel zu erkunden. Dieses Wissen hilft natürlich auch dabei unseren Shop nach deinem persönlichen Teleskop zu durchstöbern. Bei uns wirst du mit Sichhereit auf der Suche nach dem passenden Teleskop fündig werden.
 
Das Teleskop, das man wirklich will, hat zwei entscheidende Merkmale: eine qualitativ hochwertige Optik, sowie eine stabile und problemlos funktionierende Montierung. Im Prinzip sind ale Teleskope gleich, wobei große Teleskope mehr zeigen und einfacher zu bedienen sind als kleine Instrumente, dazu aber später mehr. Dennoch sollten die Mobilität und Tragbarkeit des Teleskops nicht unterschätzt werden. Unter Amateurastronomen gilt der Ausspruch: Das beste Teleskop ist eines, dass oft und gerne benutzt wird.
 
 
Öffnung ist alles:
 
Das wichtigste Merkmal eines jeden Teleskops, egal ob Profisntrument auf Sternwarten oder Amateurteleskop, ist seine Öffnung. Gemeint ist hiermit der Durchmesser der Licht sammelnden Linse oder des Spiegels. Diese werden oftmals als Objektiv bezeichnet. Achte auf die Spezifikationen der Teleskope, die du bei uns im Shop findest. Der Durchmesser der Öffnung (D) wird entweder in Millimetern oder in Zoll (1 Zoll entspricht dabei 25,4 mm) angegeben. Als Faustregel gilt, dass ein gute Anfängerteleskop eine Öffnung von mindestens 80 mm oder 3,1 Zoll haben sollte und nach Möglichkeit sogar mehr.

Letztendlich geht es bei Astronomischen Beobachtungen darum Licht einzusammeln. Unsere Augen sind aufgrund Ihres kleinen Duchrmessers nicht in der Lage genug Licht aufzunehmen, als dass wir das schwache Licht, von Nebeln, Galaxien etc. wahrnehmen können. Mit Teleskopen tun wir im Grunde nichts Anderes, als unseren Augendurchmesser zu vergrößern, in dem wir das komplette Licht, dass vom Teleskopobjektiv eingesammelt wird auf unsere Augen projezieren, um so mehr wahrnehmen können. Im Prinzip lässt sich also sagen Teleskope sind Lichtsammelmaschinen.

 
Mit zunehmend größerer Öffnung können schwächere Objekte und feinere Details gesehen werden. Aber selbst ein gutes kleines Amateurteleskop oder ein großer Feldstecher kann schon viel zeigen – vor allem, wenn man sich weit genug den Lichtern der Stadt entfernt. So können von einem dunklen Ort aus Dutzende von Galaxien jenseits unserer Milchstraße durch ein Amateurgerät mit einer Öffnung von 80 mm (3,1 Zoll) gesehen werden. Man bräuchte vermutlich je nach Bedingungen ein 6- oder 8-Zoll-Teleskop um dieselben Galaxien von einem typischen Vorstadt-Hinterhof beobachten zu können. Unabhängig davon, wie aufgehelllt oder dunkel der Himmel ist, der Blick durch ein Teleskop mit großer Öffnung ist immer imposanter als der Blick auf dasselbe Objekt durch ein kleines Teleskop.
 
 
Vergößerung und Brennweite – was ist das?
 
Vermeide Teleskope nach angegeben Vergrößerungsfaktoren auszusuchen. Als Faustregel läss sich sagen die maximal sinnvolle Vergößerung eines Teleskopes ist das doppelte der Öffnung in Millimetern. Um diesem Vegrößerungsfaktor ausutzen zu können müsste auf eine Nacht gewartet, in der die Beobachtungsbedingungen perfekt sind, da oftmals die Vergrößerungsmöglichkeiten durch die Luftunruhe in der Atmosphäre oder durch Dunst beschränkt werden. Es ist auch nicht immer sinnvoll maximal zu vergrößern, denn jedes Objekt hat unterschiedliche Vergrößerungsansprüche.  Beispielsweise sind einige Gasnebel wie der Orionnoebel oder Sternhaufen wie die Plejaden sehr ausgedehnt am Himmel. Um diese im Teleskop komplett ausgefüllt beobachten zu können braucht man beispielsweise ein großes Gesichtfeld, was mit einer geringen vergrößerung erzielt wird. Anders ist es bei Planeten oder auch Details auf dem Mond, dies sind kleine Punktobjekte, bei denen eine hohe Vergrößerung benötigt wird, wobei das Gesichtsfeld durchaus klein sein kann.
 
Der Faktor der Teleskopbrennweite, der oft mit dem Formelzeichen F angegeben wird ist der Schlüssel zur Bestimmung der Vergrößerung des Teleskops, wobei jedes Teleskop üblicher Weise einen festen Brennweitenwert hat. Die Vergrößerung ist einfach die Brennweite des Objektivs geteilt durch die Brennweite des Okulars. Beim Okular handelt es sich um das Augenstück durch dass du am Teleskop durchschaust. Die Brennweite des Okulars steht normaler Weise auf diesem drauf. Wenn zum Beispiel ein Teleskop eine Brennweite von 750mm besitzt und ein 10mm Okular verwendet, dann wird die Vergrößerung folgender Maßen errechnet: 750/10=75 also 75fache Vergrößerung. Die meisten Teleskope werden vom Hersteller mit einem oder zwei Okularen geliefert. Mit dem Einsatz von Okularen verschiedener Okularbrennweiten variiert man die Vergößerung des Teleskops.
 
 
Was für Teleskope gibt es?:
 
Refrakroren:
 
Refraktor Teleskop
Diese haben eine Linse an der Vorderseite des Tubus – es ist der Typ, den du vermutlich schon mal gesehen hast0, da sie als klassische Fernrohre am bekanntesten sind. Obwohl sie im Allgemeinen wartungsarm sind, werden sie mit zunehmender Öffnung sehr schnell teuer, da zur Herstellung der Linsen viele optische Flächen bearbeitet werden müssen. Linsenteleskope unterscheiden sich, in der Fachsprache bietet ein Apochromat eine bessere optische Qualität als der gängige Achromat, welche die typischen Einsteiger-Refraktoren darstellen. Dies liegt letztendlich an den unterschiedlich verbauten Glasqualitäten. Im Apochromatischen Refraktor sind hochbrechende Gläser verbaut, die eine besonders saubere Farbabbildung liefern, was diese Instrumente jedoch kostpieliger macht.
Generell sind Refraktoren zum Einstieg die klassischen Allround Teleskope mit denen Viele Ihre ersten Gehversuche im faszinierenden Hobby Astronomie gewagt haben.   
 
 
Newton Reflektoren:
 
Newton Spiegelteleskop
Sie sammeln das Licht mit Hilfe eines Spiegels an der Rückseite des Hauptrohrs, von dort wird das Licht gegen einen zweiten Spiegel gelenkt, der es seitlich aus dem Tubus leitet um es von dort beobachten zu können. Für eine große Öffnung sind dies im Allgemeinen die preisgünstigsten Typen, aber man muss die optische Ausrichtung hin und wieder anpassen – häufiger, wenn das Teleskop viel bewegt und transportiert wird – aber diese Anpassung, auch Kollimation genannt ist schnell erlernbar oder wird von uns auch als Service angeboten.  Diese Teleskope eignen sich besonders gur zur Deepsky-Beobachtung, da sie mit Ihrer etwas geringeren Brennweite ein großes Gesichtsfeld haben und man für relativ wenig kosten eine große Öffnung, mit hohem Lichtsammelvermögen bekommt.
 

Katadioptrische Teleskope:

Katadioptrisches Teleskop
Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Linsen und Spiegeln. Sie bieten besonders kompakte Rohre und ein relativ geringes Gewicht. Zwei beliebte Konstruktionen, denen man oft begegnen wird, sind Schmidt-Cassegrains und Maksutov-Cassegrain Teleskope. Diese Teleskope sind besonders gut für Mond und Planetenbeobachtungen geeignet, da sie aufgrund Ihrer großen Brennweite hoch vergrößern können.
 
 
Die Montierung – oftmals unterschätzt
 
Bisher haben wir uns mit der Optik selbst beschäftigt, jedoch braucht jedes Teleskope eine stabile Basis auf der es steht, die sogenannte Montierung. Die meisten Teleskope werden bequem mit Stativen und Montierungen geliefert. Wichtig ist, das die Montierung möglichst stabil ist und gegebenenfalls auch noch das Aufrüsten auf größere Geräte ermöglicht, denn oftmals kommt der Wunsch nach Mehr schneller als gedacht. Vielfach wird der Fehler begangen sich eine Optik mit großer Öfnnung zuzulegen und dann an der Montierung zu sparen – das wacklige Bild verdirbt dann schnell den Spaß am Beobachten.
Alt-Azimutale Montierung
 
Bei einigen Montierungen schwenkt das Teleskop nach links und rechts, nach oben und unten, genau wie bei einem Fotostativ; diese Montierungen werden als Alt-Azimutale Montierungen bezeichnet. Viele Reflektoren kommen auf einer elegant einfachen Holzplattform, die als Dobson Teleskope bekannt sind. Dies ist eine Variation der Alt-Az-Montierung, die im Prinzip einfach und schnell überall am Himmel ausgerichtet werden kann. Ein komplizierterer Mechanismus, der dazu dient, die Bewegung der Sterne durch Drehung um eine einzige Achse zu verfolgen, wird als äquatoriale Montierung bezeichnet. Um eine äquatoriale Montierung richtig zu verwenden, musss man sie auf den Polarstern ausrichten. Man sollte dabei beachten, dass äquatoriale Montierungen zur Fotografie besser geeignet sind als Alt-Azimutale Monierungen, was in Ihrer Bauart bedingt ist.
 
Äquatoriale Goto Montierung
Einige Teleskope sind mit kleinen Nachführmotoren ausgestattet, welche die Erdrotation ausgleicht um dem Objekt am Himmel folgt, so dass das Teleskop nicht immer per Hand nachgestellt werden muss, auch dies ist für die Fotografie unerlässlich wenn der Wunsch danach steht die Himmelsobjekte abzulichten. Die fortgeschritteneren Modelle dieser motorisierten Bauart werden als “Goto”-Teleskope bezeichnet. Sie verfügen über einen kleinen Handsteuerbox in die ein Computer eingebaut ist. Neuere Version dieser Montierungen lassen sich mittels einer App und Wifi übers Smartphone steuern. Sobald das aktuelle Datum, die Uhrzeit und der Standort eingegeben wurde, fährt das Teleskop 1 bis 3 helle Refernzsterne an, die lediglich mit Pfeiltasten auf dem Handcontroller oder dem Smartphone zentriert werden müssen. Wenn dieses sogenannte Alignment erfolgt ist kann das Teleskop sich selbst auf Tausende von Himmelsobjekten ausrichten und diese verfolgen. Einige Goto Teleskope bieten ganze Führung zu den besten sichtbaren Himmelsobjekten an, wobei eine digitalen Anzeige, die Details zu jedem Objekt beschreibt.
Dennoch sind Goto Teleskope sind nicht für Jeden geeignet – der Einrichtungsvorgang kann etwas überfordernd sein, wenn man sich nicht sicher ist, welches die Referenzsterne am Himmel sind. 
 

Welches Teleskop ist nun das richtige?

Prinzipiell hängt dies davon ab was du beobachten möchtest, ob man fotografieren will und wieviel man bereit ist zu schleppen, denn große Teleskope können schnell undhandlich und schwer werden. Auch wenn diese Teleskope am meisten leisten, kann das Gewicht ein limitierender Spaßfaktor sein. Es gibt auch kompakte Reiseteleskope mit bereits beachtlicher Leistungsfähigkeit.
 
Zusammengefasst achte darauf, dass di dir ein Teleskop aussuchst, dass eine möglicht große Öffnung bietet, über eine stabile Montierung verfügt und für deine Zwecke leicht auf- und abbaubar bzw. transportabel ist. Beachte auch ob eine Motorisierung oder Gotosteuerung geünsch wird oder ob du lieber selbst per Hand die Wunder des Nachthimmels erkunden möchtest.

Wenn du dir nach dieser kleinen Einführung noch nicht sicher bist welches Teleskop für dich das geeignete ist, stehen wir natürlich jederzeit für eine Beratung zur Verfügung. Gemeinsam finden wir das passende Gerät, dass auf dein ganz persönlichen Zwecke zugeschnitten ist. Du kannst uns dazu gerne in unserem Ladengeschäft vor Ort besuchen, inklusive Ausstellung wo wir die verschiedenen Teleskoparten einmal live vorstellen können. Oder du schreibst uns eine Mail und äußerst deine Fragen. Selbstverständlich kannst du aber auch einfach zum Telefon greifen und uns anrufen, wir helfen gerne weiter.

Dieser Eintrag wurde in der Kategorie Beratung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen permalink.